Vor den Sommerferien hat der Unternehmensverbund Lebensfarben gemeinsam mit dem Filmverleih Filmwelt zu einer inoffiziellen Preview der Dokumentation TUN & LASSEN ins Passage-Kino eingeladen. Der offizielle Kinostart folgt erst im Herbst – umso mehr haben wir uns gefreut, den Film schon jetzt gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem gesamten Verbund, Wegbegleiter*innen und einigen Protagonist*innen sehen zu können.
Ein ehrlicher Blick auf den Alltag in der Sucht-Reha
Gedreht wurde TUN & LASSEN in der Fachklinik F42 in Neukölln, einer Suchthilfe-Einrichtung der ADV Rehabilitation und Integration. Mit ADV sind wir gemeinsam im Unternehmensverbund Lebensfarben und die Rehabilitand*innen finden nach Therapieende oft den Weg in unsere Eingliederungshilfe.
Regisseur Friedrich Rackwitz hat für den Film Rehabilitand*innen während ihrer stationären Sucht-Reha begleitet – bewusst ohne Kommentare oder Belehrungen. Produziert wurde der Film von Ingo Fliess, der bereits mit Produktionen wie „Das Lehrerzimmer“ und „Gelbe Briefe“ für genaue, unaufgeregte Blicke auf gesellschaftlich relevante Themen bekannt ist.
Möglich wurde dieser nahe Blick nur durch die enge Zusammenarbeit mit der Einrichtungsleitung der F42. Die Klient*innen konnten nämlich während der gesamten Dreharbeiten jederzeit bestimmen, was gedreht und gezeigt wird – ihre Zustimmung war durchgehend Voraussetzung.
Im Mittelpunkt steht die Spannung, in der die Klinik seit jeher steht: das Therapieangebot auf der einen Seite, die Verlockungen direkt vor der Tür auf der anderen. Der Film zeigt diesen Alltag so, wie er ist, und lässt gleichzeitig die Arbeit der F42-Kolleg*innen sichtbar werden, die seit 1993 auf Beziehung, Eigenverantwortung und einen offenen Umgang mit Rückfällen setzt.
Genau dieser offene Umgang hat uns eine der stärksten Aussagen des Films mitgegeben: Ein Rückfall ist auch nur ein Vorfall. Ein Satz, der viel darüber verrät, mit welcher Haltung in der F42 gearbeitet wird: Es ist kein Scheitern, sondern ein Teil eines Weges – alle Ereignisse werden begleitet und als Zukunftschance begriffen.

Der Abend im Passage-Kino
Zur Vorführung im Neuköllner Passage-Kino kamen Mitarbeitende aus dem gesamten Verbund Lebensfarben zusammen, ebenso Wegbegleiter*innen und einige der Protagonist*innen, die im Film selbst zu sehen sind. Im Anschluss an die Vorführung hatte das Publikum die Gelegenheit, Fragen direkt an Regisseur Friedrich Rackwitz zu richten.
Wir bedanken uns bei Filmwelt für den frühen Einblick und freuen uns schon jetzt auf den offiziellen Kinostart im Herbst.