„Hier fühle ich mich wirklich toll aufgehoben“

Wie Martin in der Tagesstätte Lützowtopia neue Lebensfreude – und den Webrahmen – entdeckte.

Beim Frühlingsbasar der Tagesstätte Lützowtopia wirkt Martin entspannt und zufrieden. Er schlendert durch die bunt bestückten Tische, zeigt seinem Freund die Tonfiguren, die er in den vergangenen Monaten geschaffen hat.

Martin ist selbst ausgebildeter Therapeut. Doch manchmal brauchen auch Menschen, die anderen helfen, selbst Unterstützung. Als Herzprobleme und eine schwere Depression ihn aus dem Alltag rissen, verlor er den Überblick über grundlegende Dinge: Krankenversicherung, Rentenantrag – vieles blieb liegen. Als er schließlich vor drei Jahren kurz davorstand, ohne Absicherung und ohne Rente dazustehen, nahm ZIK (Assistiertes Wohnen Lützowstraße, LA VIDA) ihn auf und half ihm, all das Versäumte Schritt für Schritt zu regeln. „Die haben mich wirklich gerettet“, sagt er und meint es ernst. Seit fast einem Jahr geht Martin in die Tagesstätte Lützowtopia, wo er zwei Tage pro Woche die Kreativgruppe und die Keramikgruppe besucht.

„Ich hätte nicht gedacht, dass mir Ton, Weben und Körbe flechten so viel bedeuten können. Aber genau das ist es – man entdeckt sich neu.“

Das Formen von Ton und das beruhigende Flechten von Körben – es sind Tätigkeiten, die entschleunigen und gleichzeitig erfüllen, wie Martin für sich feststellen konnte.

Den Frühlingsbasar schätzt Martin auch deshalb, weil er Freunden zeigen kann, wie er seine Tage verbringt. Die Tagesstätte ist kein Geheimnis, sondern ein Ort, auf den er stolz ist – räumlich, sozialarbeiterisch und gestalterisch auf einem hohen Niveau, wie er betont.

Eine wichtige Rolle spielt dabei seine Bezugsmitarbeitende. Das Verhältnis zu ihr beschreibt Martin als vertrauensvoll. „Sie hört immer zu. Das hilft mir wirklich – nicht nur praktisch, sondern auch psychologisch.“ Dass man von der Ansprechperson im Krankenhaus besucht wird und die bürokratischen Angelegenheiten für einen weiterverfolgt werden, berührt ihn.

Auch der Kontakt zu den anderen Leistungsberechtigten ist ihm wichtig. Der Austausch, das gemeinsame Tun, das Gefühl, nicht allein zu sein – all das trägt dazu bei, dass Martin seinen Alltag heute sehr viel positiver erlebt als noch vor einigen Jahren, wie auch sein Freund bestätigt.

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