ZIK – Archiv 2000-2005
2000: Beginn der Organschaft

ZIK erwarb am 15. Juli 2000 die ZeitRaum gemeinnützige GmbH, die psychisch kranke Menschen in den Bezirken Wedding und Neukölln betreut.
Sie ging aus einem Verein hervor, der vor über 20 Jahren mit der ersten ambulanten Betreuung psychisch kranker Menschen in Berlin begonnen hatte und ein wichtiger Teil des Enthospitalisierungsprogramms für psychisch kranke Menschen geworden war.
Aufgrund der immer häufiger auftretenden psychischen Erkrankungen bei Menschen mit HIV und Aids erhielt ZIK durch diesen Zusammenschluss wichtiges weiteres Fachwissen. Durch den Zusammenschluss zu einer Organschaft konnten Overhead-Kosten reduziert und die fachliche Arbeit in beiden Organisationen effektiver gemacht werden.
Unterstützung durch Stiftungen
Am 6. Oktober gründete Hubert Jenner die Stiftung Lebensfarben. Unter anderem soll sie die Arbeit der ZIK fördern.
Am 14. Dezember erwarben die Stiftung Lebensfarben und die Stiftung Leben mit HIV und Aids Gesellschafteranteile der ZIK gGmbH, um unsere Arbeit langfristig abzusichern.
2001: Neues Wohnprojekt „Käthe“

In der Käthe-Niederkirchner-Straße konnte ein Wohnprojekt mit zwölf Plätzen für Menschen mit Aids eröffnet werden.
Aufgrund steigender Nachfrage haben wir zudem die Angebotsstrukturen für Menschen mit HCV-Monoinfektion geöffnet.
Die Einrichtung in der Pankstraße wurde in diesem Jahr zur Kriseneinrichtung umgewandelt und erhöhte ihre Kapazität auf 18 Plätze.
2002: Thema HCV-Betroffene
Die Problematik des Hepatitis-C-Virus war in der Öffentlichkeit bisher zu wenig beachtet worden. Seit diesem Jahr haben wir die von dieser Krankheit Betroffenen als weitere Zielgruppe in unser Konzept integriert.
Das Hepatitis-C-Virus ist um ein Vielfaches ansteckender als das HI-Virus. Durch die vergleichbaren Übertragungswege treten HIV/HCV-Koinfektionen entsprechend häufig auf.
Über 40 Prozent aller Betreuten bei ZIK sind HIV/HCV-koinfiziert.

Zum Hintergrund
Ohne Therapie wird eine Hepatitis C mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent einen chronischen Verlauf nehmen, wodurch das ohnehin belastete Immunsystem eines Drogengebrauchers bzw. HIV-Patienten zusätzlich geschwächt wird.
Als Spätfolge einer dauerhaften Schädigung der Leber durch eine chronische Hepatitis C kann es schließlich zur Ausbildung einer Leberzirrhose (Leberschrumpfung) oder Leberkrebs kommen – Erkrankungen, die nicht heilbar sind und tödlich enden. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht.
Das Betreute Wohnen bei ZIK unterstützt die Betroffenen dabei, die notwendigen Zugangsvoraussetzungen für eine HCV-Therapie zu schaffen und die Therapietreue für eine erfolgreiche medizinische Behandlung zu stärken. Dies geschieht sowohl durch ressourcenorientierte und motivierende Gespräche als auch durch Hilfestellungen bei der Gewinnung eines neuen Lebensumfeldes außerhalb der Drogenszene und bei der Aufnahme von sinnstiftender Beschäftigung und Arbeit.
Wie bei HIV und Aids geht auch die HCV-Infektion einher mit psychosozialen Folgeerscheinungen. Während einer HCV-Therapie erhalten die Bewohner*innen besondere Unterstützung bei der Bewältigung von somatischen und psychischen Nebenwirkungen der Behandlung.
Treten akute psychiatrische Probleme im Verlauf der Therapie auf, werden entsprechende Hilfen vermittelt.
Umzüge und Erweiterungen
- Durch Erweiterungen in den Projekten Betreutes Einzelwohnen Dessauer Straße und Käthe-Niederkirchner-Straße (auf je 16 Plätze) konnte das Versorgungsangebot für Menschen mit HIV und Aids erweitert werden. Das Betreute Einzelwohnen bietet dadurch in unseren eigenen Einrichtungen inzwischen 131 Plätze an. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 8% des Platzangebotes in ZIK-Projekten von Menschen mit Hepatitis C ohne HIV-Infektion belegt.
- Wir eröffneten den Standort Lützowstraße 102-104 für das erweiterte Projekt Betreutes Einzelwohnen.
- Außerdem erfolgte der Umzug des Standortes Perleberger Straße in die Lützowstraße.
- Das Haus Reichenberger Straße 96 mit 100 Appartements konnte zusammen mit der Bunte Häuser GmbH zu je 50 % erworben werden. Bis zu 50 % der frei werdenden Wohnungen werden an unsere Bewohner*innen vermietet. Im Erdgeschoss zog die Sozialstation HIV gGmbH ein.
- ZIK wurde Gesellschafterin der HIV gGmbH, die Pflegeleistungen für unsere Bewohner*innen anbietet.
2003: Besuch und Erweiterungen
Im Sommer besuchte Doris Schröder-Köpf, die Frau des damaligen Bundeskanzlers, unser Projekt Reichenberger Str. 129.
Dabei informierte sie sich u. a. auch über die Arbeit der Stiftung Leben mit HIV und Aids.

Zeitgleich konnten wir in der Nähe, Reichenberger Straße 96, ein Wohnprojekt mit 16 Plätzen eröffnen.
Die Deutsche AIDS-Stiftung erwarb in diesem Jahr Anteile am Haus Reichenberger Straße 129.
Und mit der ADV gGmbH und der HIV gGmbH konnte die ZIK gGmbH eine steuerliche Organschaft beginnen.
2004: Eigener Pflegedienst
In diesem Jahr erfolgte der Zusammenschluss der bisherigen Pflegedienste FELIX Pflegeteam der Berliner Aidshilfe e.V. und der HIV gGmbH zu einem gemeinsamen Pflegedienst FELIX Pflegeteam gGmbH. Gesellschafter wurden BAH e.V., HIV e.V. und die ZIK gGmbH.
Damit wurde ein wichtiger Baustein in der Versorgung von Menschen mit HIV, Aids und anderen chronischen Erkrankungen hinzugefügt.
Das FELIX Pflegeteam gehört zur ZIK-Organschaft und will kranken und pflegebedürftigen Menschen eine größtmögliche Lebensqualität bewahren helfen sowie eine lebenswerte und selbstbestimmte Zeit im eigenen Zuhause ermöglichen.
Besuch des Bundespräsidenten
Am 18.11.2004 besuchte uns Bundespräsident Dr. Horst Köhler gemeinsam mit seiner Ehefrau in der Reichenberger Straße 129.
So drückte Bundespräsident Horst Köhler begeistert aus, wie er das Wohnprojekt für Menschen mit Aids erlebte und empfand.

„Aidskranke haben es schwer genug“, stellte er bei seinem zweistündigen Aufenthalt fest. „Ich will vermitteln, dass sie nicht am Rande der Gesellschaft stehen. Die Betroffenen sind keine Außenseiter, die man vergisst. Meine Vorstellung von einer Gesellschaft ist, allen ein Zuhause zu geben.“
Gemeinsam mit seiner Gattin verbrachte er viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Bewohnern des Hauses.
Sie haben damit beide einen wichtigen Beitrag geleistet, Vorurteile gegen Aidskranke abzubauen. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar.
2005: Neues Projekt im Norden
Das Betreute Einzelwohnen bekam mit dem Projekt „Bornemannstraße“ einen dritten Standort im Norden der Stadt.
Betreutes Einzelwohnen wurde von nun an in den Bezirken Mitte-Tiergarten, Mitte-Kreuzberg und Mitte-Wedding angeboten.

Gesundheitsministerin im Gespräch
Am 14.05.2005 besuchte die damalige Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, das Betreute Wohnen in der Reichenberger Straße 129 in Kreuzberg.
Sie sprach mit den Bewohner*innenn über ihre Erwartungen an das Gesundheitssystem.

Begegnungen in der Orangerie
Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker und die Schauspielerin Christiane Paul besuchten am 05.11.2005 die Orangerie im Rahmen ihres Engagements für die Deutsche AIDS-Stiftung.
